Donnerstag, 29. Oktober 2015

Wenn das Herz schlechte Sachen will.

Als meine kaputte Seele eine Hand brauchte, gabst du mir deine. 
Diese Hand wurde zu einer Schulter, die mich stützte. 
Sie stützte mich den weiten Weg durch die Dunkelheit. 
Bis die Hand mich wieder dem Licht entgegen zog.
Dein Körper gab mir die Wärme, die mein Herz wieder auftauen ließ. 
Mein Herz lernte zu schlagen und zu lieben. 
Die Liebe, die mein Herz erfüllte, gab mir Hoffnung an etwas zu glauben. 
Bis die Wärme mich neu leben ließ. 
Mein Herz und meine Seele waren gebrochen und zum Tode verurteilt. 
Er wollte diese schon bald zu sich holen und es beenden. 
Aber du warst da und halfst mir den Kampf zu gewinnen. 
Ich lernte alleine zu kämpfen und zu siegen. 
Es steht ein neuer Kampf an, doch wo bist du? 
Ich sehe weder deine Hand noch deine Schulter. 
Da ist keine Wärme oder Hoffnung. 
Es ist alles wie davor. 
Du hast deine Hand jemand anderem gereicht.
Deine Schulter stützt nun andere Menschen. 
Diese Wärme mir gegenüber gleicht nun Eis. 
Die Kämpfe schlage ich nun alleine und verliere. 
Jemand anderes ist an meine Seite getreten. 
Aber er schlägt diese Schlachten nicht so wie wir. 
Sie gehen unter der Hülle so oft verloren, während er denkt zu triumphieren. 
Er kann dich nicht ersetzen. 
Niemand kann das. 

Herzen sollten nicht an Vergangenem hängen. Es ist vergiftet und tut nicht gut. Aber eigentlich macht es keinen Unterschied mehr, wenn die Seele eh kaputt ist und das Herz so schwer...



Freitag, 23. Oktober 2015

Auf alte Freunde, die keine mehr sind.

Ich streckte meine Hand nach der meines Freundes aus und hielt mich daran fest. Zu fest vielleicht, aber er wusste wie schwer mir das alles fiel. So gingen wir zusammen die Stufen herauf, über den Vorplatz und dann durch die Tür in die Bar. Mal davon abgesehen, dass ich kein allzu großer Freund von Bars bin, mochte ich diese hier eigentlich ganz gerne. Es ist zwar unheimlich laut, aber das Ambiente ist ganz angenehm und die Servicekräfte meistens locker und freundlich. So war es zumindest schon mal etwas leichter, aber noch immer zu schwer...
Ich ließ den Blick durch den Raum wandern, aber sah niemanden den ich kannte. Sodass ich noch etwas weiter in die Bar ging, bis ich sie alle zusammen an einem Tisch sitzen sah. Mein alter Freundeskreis saß lachend beisammen und studierte die auf dem Tisch ausgebreiteten Karten. Ich drehte mich zu meinem Freund um und gab ihm zu verstehen, dass ich die Leute gefunden hatte. Ein letztes Mal tief durchatmen und so ging ich freudig lächelnd auf sie zu. Sie sahen mich und lächelten mir entgegen. Nach dem Begrüßungsprozedere ließ ich mich in der Ecke der Bank nieder und binnen kurzer Zeit, war es so als wäre nie etwas gewesen. Es war so, als wären wir noch alle 17 und eine Einheit. Einige von ihnen sind es sogar jetzt noch, ich gehöre schon lange nicht mehr dazu.
Nach einiger Zeit kam das Geburtstagskind mit seiner Freundin und er freute sich auch uns alle beisammen zu sehen. Und so konnte der Abend beginnen. Wir bestellte Cocktails und Snacks, sprachen über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges und lachten viel. Ich hatte Spaß.
Als ich später mit meinem Freund zum Auto ging, fühlte ich mich wie losgelöst und es tat gut da gewesen zu sein. Leider wurde mir erst zu hause, alleine in meinem Bett bewusst, dass diese Abende nur noch Ausnahmen sind. Für sie alle nicht. Für mich schon.
Ich habe mich durch Entscheidungen und Aktionen selbst aus diesem Kreis ausgeschlossen. Und fange es so langsam an zu bereuen. Früher haben wir so gut wie jedes Wochenende irgendwie etwas zusammen unternommen und jetzt höchstens 4 Mal im Jahr, falls die immer gleichen ihren Geburtstag feiern. Sie haben ihre Insider und Geschichten, die ich nicht teile. Und mein Freund wird sich auch nie als der "Neue" bezeichnen lassen müssen, weil ich keine der "Alten" bin. Ich bin eine lose Bekannte, eine Ehemalige, eine Ausgestoßene. Auch wenn das keiner so sieht, nur ich.
 

Dienstag, 20. Oktober 2015

Augen sind das Fenster zu Seele

Ich stehe im Wohnzimmer und schüttel nacheinander die Hände seiner Großeltern. Er wollte so gerne, dass ich sie kennen lerne, auch wenn er mir das nie so gesagt hat. "Meine Großeltern sind da. Willst du sie kennen lernen?" Das war die Frage, die er mir gestellt hat. Ich konnte ja schlecht sagen, dass ich mich für mein Auftreten zur Zeit schäme und es nicht will. Also stand ich nun da und lächelte sie, so höflich und freundlich es ging, an und sie lächelten zurück.
Es war wohl gar nicht so eine schlechte Idee gewesen, dass ich mich noch etwas geschminkt hatte. Was hätte sie nur zu meiner eigentlichen Leichenerscheinung gesagt? Ausdruckslose und traurige Augen unterlegt von dunklen Augenringen, die sich deutlich von dem fahlen Gesicht abheben. Das alles ist auch der Hauptgrund, warum ich nicht zu ihm fahren wollte und allgemein ungern das Haus verlasse. Damit niemand sieht, wie schlecht es um mich steht. Ich kann alles überschminken, aber nicht den Ausdruck in meinen Augen.
Für die Freunde meines Ex Freundes war ich immer das Mädchen mit den großen traurigen Augen. Sie haben mich mein leben lang immer verraten. Deswegen schaue ich Menschen nach wie vor ungern in die Augen und weiche lieber ihren Blicken aus, damit niemand das dahinter sehen kann. Niemand soll die Wirklichkeit sehen. Ich will selber bestimmen, was die Menschen für ein Bild von mir bekommen, bevor meine Augen zu viel verraten.


Samstag, 17. Oktober 2015

Neue alte Gedanken

Das Gewicht sinkt weiter, egal wie sehr ich mich versuche an die Regeln zu halten. Die fünf Mahlzeiten, die ich jeden Tag zu mir nehmen soll, sind schlichtweg nicht machbar. Es ist zu viel. Ich habe das Gefühl, dass wenn ich eine beendet hab, die nächste schon gegessen werden muss. Die Leute fragen sich langsam, ob ich überhaupt wieder zunehmen will. Und ich mich auch...
Irgendwas hat sich wieder geändert. Irgendwas ganz tief drinnen. 
Ich will niemanden sehen und auch nicht gesehen werden. All diese Fragen, die dann im Raum stehen und die ich nicht beantworten kann. Jeder fragt sie und keiner bekommt eine wirkliche Antwort. Einfach weil ich mich der Antworten schäme. Weil ich schwach bin und nicht durchgehalten habe.
Nur was genau hat sich geändert?
Manchmal stelle ich mir vor was gewesen wäre, wenn er mir damals nicht geholfen hätte. Was aus mir geworden wäre. Aber in einem bin ich mir sicher. Keiner hätte dann diese Fragen gestellt. Und ich hätte mir nicht immer wieder neue Antworten ausdenken müssen.
Ich weiß es nicht!
Es ist einfach alles zu viel, ohne das wirklich etwas passiert. Ich zerstöre meine Beziehung und verletzte die Menschen, die ich am meisten liebe. Mir meiner Art und meinem Dasein. Manchmal wünsche ich mir, dass es mir nicht geholfen hätte.