Lustlos blätterte ich in meinem Buch herum und versuchte irgendwie mich auf das zu konzentrieren, was ich dort las. Das Buch ist gut, keine Frage, aber es war nur zur Zeitüberbrückung da. Wie sieht es bitte aus wenn ich dort sitze, meine Tür anstarre und die Sekunden zähle, bis sich diese öffnet? Jap, ziemlich bescheuert. Also weiter auf die Sätze konzentrieren, die mich gerade in diesem Moment so gar nicht fesseln konnten.
Ich hörte sein Auto, als er auf den Hof fuhr. Hörte seine Schritte, als er durch den Gang ging und anschließend das kurze Stück über den Rasen. Irgendwie wollten die Wörter jetzt noch schwerer in meinem Kopf einen Sinn ergeben. Während ich also zum fünften Mal den gleichen Absatz las, öffnete er die Tür und kam zu mir. Er schloss mich in seine Arme und gab mir einen Kuss und ab da fühlte ich mich 10 mal besser, als noch ein paar Stunden zuvor. Die Übelkeit und die Sorgen waren einfach vergessen und hinfällig.
Noch am vorigen Abend hatte eine Freundin mir erzählt, dass er sich die Schuld an meiner gesundheitlichen Situation gibt. Er würde sich Gedanken über mögliche Fehler seinerseits machen, die zu meiner Übelkeit und dem Gewichtsverlust führen. Dabei ging es mir gestern das erste mal in dieser Woche wirklich wieder halbwegs gut. Und das gerade an seiner Seite.
Er kennt mich. Um meiner eher komischen Laune entgegen zu wirken, schaltete er den Disney Channel ein, wo 101 Dalmatiner lief. Es gibt nichts besseres gegen komische bis schlechte Laune, als einen richtig alten Disney Film. Zumindest bei mir ist das so und er weiß das. Eingekuschelt in eine Decke, lag ich in seinen Armen und genoss den Moment. Er strich mir über den Kopf, woraufhin ich ihn ansah. "Geht es dir jetzt besser?" Ich lächelte ihn an, nickte und gab ihm einen Kuss. Dankbar für seine Rücksicht und seine Aufmerksamkeit und vor allem für seine Liebe.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen