Samstag, 10. Oktober 2015

Der Albtraum

Ich rannte die gepflasterte Straße des Wohngebiets rauf und ließ dabei meinen Blick nach links und rechts schnellen. Es war keine Menschenseele zu sehen, genauso wie in den letzten Häusern in denen ich nach Unterschlupf gesucht hatte. Ich blieb stehen, stützte mich mit meinen Händen auf den Knien ab und verschnaufte, aber schon ein Blick über die Schulte ließ mich hochschnellen und weiter rennen. Nie hatte ich diese Straße so lang in Erinnerung, aber sie nahm einfach kein Ende. Egal wie schnell ich lief, sie endete nicht. 
Ich entschloss mich noch einmal dem Haus zu meiner Linken eine Chance zu geben. Vielleicht würde mir dort ja jemand die Tür öffnen. Mehr stolpernd als laufend nahm ich die Stufen zur Tür und hämmerte dagegen. Niemand öffnete, aber die Tür war nicht verschlossen, also trat ich ein. Mit dem Rücken an die Wand gelehnt atmete ich die abgestandene Luft des Einfamilienhauses ein und versuchte meine Gedanken zu ordnen. Ich verstand nicht, was hier um mich geschah. Warum waren hier keine Menschen mehr und warum verfolgte mich dieser Mann und versuchte... 
Bevor ich zu ende denken konnte stieg mir der Rauch erneut in die Nase. Er war da und er hatte mich gefunden. Ein Blick nach oben bestätigte mir meine Vermutung, da der erste Stock bereits in Flammen stand. Ich riss die Tür auf und rannte ins Freie, wo ich sofort wieder auf die Straße lief und ihr weiter folgte. Es blieb mir keine andere Möglichkeit, weil mir der Rückweg versperrt blieb. Eine riesige Feuerwand verschluckte jedes Haus, die Gärten, die Bäume der Straße und diese selbst. Irgendwo da war auch dieser Fremde, der mir das alles antat. Der mich durch die Straße jagte und alles anzündete, was ich passierte. Bis jetzt hatte ich ihn nicht erblicken können, aber er war so präsent wie das Feuer, was mir im Rücken brannte. 
Noch bevor ich es wirklich realisiert hatte endete die Straße plötzlich an einer Kreuzung die mir die Wahl zwischen links und rechts stellte. Ich wendete mich diesmal nach rechts und rannte die Straße hinunter, bis ich wieder Häuser sah. Vor einem dieser stand eine Frau und sah ich abwartend an. Schreiend kam ich auf sie zu und packte sie, um sie vor mir ins Haus zu schieben. Sie sah mich verwirrt an und ich versuchte ihr zu erklären, was da draußen vor sich  ging. Ganz ernst nahm sie mich nicht, aber sie verschloss die Tür und erklärte mir, dass ich nun in Sicherheit wäre und mir der Fremde nichts mehr tun könnte. Sie log mich an. Bevor ich sie bitten konnte die Hintertür auch zu verschließen, kam der Mann durch die Tür und lachte uns an. Mir lief ein Schauer über den Rücken und ich konnte mich nicht mehr bewegen.
Ich sah mit an, wie er das Haus mit uns allen anzündete und hörte seine Worte noch, als ich erwachte. "Ihr könnt der Vergangenheit nicht entkommen!" 

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